
Am 17. Juni 2026 startete im Rahmen der Germanistischen Institutspartnerschaft (GIP) zwischen den Universitäten Marburg, Nijmegen und Poznań die mittlerweile 13. Nachwuchskonferenz „Junge Forschung im Bereich Deutsch als Fremdsprache“ dieses Jahr an der Radboud-Universität Nijmegen.
Die Konferenz bot Nachwuchswissenschaftler:innen (Studierende, Promovierende, sowie gerade Promovierte) aus ganz unterschiedlichen Ländern und Städten eine Plattform, ihre aktuellen Forschungsprojekte vorzustellen und neue Impulse für ihre wissenschaftliche Arbeit zu gewinnen. Dabei ging es nicht darum ein perfektes Disstertationsprojekt oder nur tolle Fortschritte zu präsentieren, sondern vielmehr um einen gemeinsamen Austausch, Ideenfindung bei möglichen Herausforderungen und Problemen und vor allem darum, miteinander ins Gespräch zu kommen. Nach jedem Beitrag boten die Diskussionsrunden Gelegenheit, Fragen zu stellen, methodische Ansätze zu reflektieren und geeinsam über weiterführende Perspektiven nachzudenken. Das anregende Feedback der Teilnehmenden erwies sich für viele Referierende als wertvolle Unterstützung bei der Weiterentwicklung ihrer Projekte.
Den Auftakt bildete am Mittwochmorgen der Workshop „How not to use “AI”“ von Prof. Dr. Mark Dingemanse, der dazu einlud, den gegenwärtigen KI-Diskurs kritisch zu hinterfragen. Statt die technischen Möglichkeiten zu beleuchten, diskutierten die Teilnehmenden, wie wissenschaftliches Arbeiten auch ohne Einsatz von KI gelingen kann und warum gründliches Lesen, die Entwicklung einer eigenen wissenschaftlichen Stimme sowie die Bedeutung von Reflexion, Krativität und „Slow Science“ für gute Forschung.



Im Anschluss begann die Nachwuchskonferenz mit Vorträgen zu einer großen Bandbreite aktueller Foschungsthemen.
Am ersten Konferenztag standen unter anderem Stereotype im Deutschlernen, kontrastive Wortbildung von Angizismen im Deutschen und Polnischen, sprachliche Anforderungen internationaler Studierender sowie kulturreflexive Kompetenzen in der Ausbildung angehender DaF-Lehrkräfte im Fokus.
Weitere Beiträge widmeten sich Zitierpraktiken in der deutschen Wissenschaftssprache, sprachliche Höflichkeit, kommunikativer Verständigung und Verständnissicherung in institutionellen Gesprächen.
Der zweite Konferenztag setzte den fachlichen Austausch mit weiteren spannenden Beiträgen fort.
Thematisiert wurden unter anderem nachhaltige Deutschförderung in mehrsprachigen Kontexten, die Lehr- und Instruktionssprache im DaF-Unterricht, akademisches Schreiben m Zeitalter generativer KI sowie Sprachbiografien, Studienvorbereitungen und idiomatische Kompetenz im universitären DaF-Unterricht.
Weitere Vorträge beschäftigten sich mit Literatur im Fremdsprachenunterrict, Kurzvideos als Lernmedium sowie Mehrsprachigkeit und Nachbarsprachenlernen.
Da es dieses Jahr sehr viele Beitragseinreichungen für die Nachwuchskonferenz gab, wurde am Nachmittag eine Postersession veranstaltet, in der zahlreiche weitere Forschungsprojekte vorgestellt und mit den Teilnehmenden diskutiert wurden.




Neben dem wissenschaftlichen Programm bot die Konferenz vielseitige Gelegenheiten zur Vernetzung. In den Pausen, während der Postersession und beim gemeinsamen Abendessen entstanden anregende Gespräche, neue Kontakte und Ideen für zukünftige Kooperationen. Gerade dieser persönliche und internationale Austausch ist ein zentrales Anliegen der Germanistischen Institutspartnerschaft und trägt wesentlich zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses bei.
Unser herzlichster Dank gilt allen Referierenden, Moderierenden, Organisator:innen sowie allen Teilnehmenden, die mit ihrem Engagement zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen haben. Wir haben uns sehr gefreut, viele bekannte aber auch so viele neue Gesichter gesehen zu haben und freuen uns schon auf die nächste XIV. Internationale Nachwuchskonferenz 2027 an der Adam-Mickiewicz-Universität in Poznań, Polen.


